von: PHILIP ZIMMERMANN

DEINE REALITÄT IST NICHT DEINE REALITÄT

Wenn du ein effektiverer Leiter werden willst, indem du deine (Selbst-)Wahrnehmung über das, was eigentlich die Realität ist, verbessern willst, dann, da bin ich mir sicher, wird dieses Video dir dabei helfen.

Ich befasse mich derzeit mit einem sehr interessanten Autor: Jamie Smart. Ich habe sein Buch „Clarity“ gelesen und jetzt höre ich es mir sogar nochmal als Audiobuch an.

Er hat unglaublich faszinierende Gedanken und Konzepte in Bezug auf die Wahrnehmung unserer Realität, die er in seinen Büchern und Vorträgen teilt.

Einen Hauptgedanken aus seinem Buch würde ich dir gerne weitergeben, weil dieser Gedanke mir wirklich eine ganz neue Perspektive gegeben hat:

Unsere Gefühle kommen nicht von den Umständen, in denen wir uns gerade befinden, sondern unsere Gefühle sind das Resultat der Gedanken, die wir uns in diesem Augenblick machen.

Wir sind aber komplett anders konditioniert worden in unserer Welt. Tief in uns glauben wir doch irgendwie alle: Mir geht es gut, weil ich gerade einen neuen Job habe. Weil ich gerade einen neuen Partner gefunden habe. Weil ich bald Urlaub habe. Oder was auch immer.

Oder mir geht es schlecht, weil ich gerade kein Geld habe oder zu wenig Geld. Weil mir niemand einen Job gibt oder ich gerade mit jemandem einen Konflikt habe.

Wir sind konditioniert, zu glauben, dass unsere Umstände für unsere Gefühle verantwortlich sind.

Aber das stimmt nicht. Nur unsere Gedanken, die wir uns gerade in diesem Augenblick machen, sind für unsere Gefühle verantwortlich.

Soweit die These von Jamie Smart!

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Sinn macht diese These. Ansonsten würden ja die Gefühle anhalten, ob gut oder schlecht, aber das tun sie nicht.

Also, wenn ich einen neuen Job bekomme, geht es mir gut. Aber wenn es an dem Job liegen würde, dann müsste ich mich ja auch noch nach 6 Monaten genauso gut fühlen. Aber das ist in den wenigsten Fällen die Realität. Nein, der Job ist immer noch da, die Umstände haben sich also nicht geändert – aber meine Gefühle über den Job. Warum? Weil ich jetzt anders darüber nachdenke.

Genauso, wenn es uns schlecht geht: Sagen wir mal, ich werde kritisiert, das trifft mich ganz persönlich und ich fühle mich schlecht. Normalerweise braucht es nur 2-3 Tage und ich habe die Sache wieder vergessen. Die Situation an sich hat sich nicht geändert (Die Kritik steht immer noch im Raum), aber meine Gefühle haben sich geändert. Warum? Weil meine Gefühle nicht von der Situation abhängen, sondern von meinen Gedanken, die ich in diesem Moment habe.

So, jetzt könnte man meinen, dass wir alles daran setzen sollten, unsere Gedanken zu analysieren und zu verändern. Aber dann wäre das Buch einfach nur ein Self-Help-Buch.

Jamie Smart sagt, dass wir unsere Gedanken oft gar nicht richtig analysieren können, weil nur 10-15 % an der Oberfläche sind. Viele Gedanken, die wir uns machen und die für unsere Gefühle verantwortlich sind, passieren aber in unserem Unterbewusstsein.

Smart schlägt vor, dass wir das einfach immer besser verstehen müssen und sich alleine durch das Verständnis viele Gefühle von selbst verändern.

Smart vergleicht das in seinem Buch mit einem Film. Irgendwann als Kinder verstehen wir, dass ein Film, egal wie gut er ist, nicht Realität ist. Wir lassen uns zwar mitreißen von einem Film, wenn er gut ist, aber wenn du einmal verstanden hast, dass ein Film ein Film ist, dann rufst du niemals die Feuerwehr im Kino an, nur weil auf der Leinwand ein Haus brennt. Du kennst die tiefere Realität, auch wenn deine Gefühle dir vielleicht gerade etwas anderes sagen.

Ein bisschen habe ich das letzte Woche erlebt. Ich hatte mit jemandem ein Gespräch und ich habe ein, zwei Dinge gesagt, die ich sofort bereut habe, nachdem wir uns verabschiedet hatten. Und ich habe mich super schlecht gefühlt.

Dadurch, dass es um sehr komplexe Dinge ging, war es auch nicht einfach damit getan, anzurufen und mich zu entschuldigen und die Sache wäre geklärt gewesen. Ich wusste, dass ich das über die nächsten Tage mit mir herumschleppen würde. Und in der ersten Nacht habe ich sogar davon geträumt und bin nachts öfter aufgewacht. Das hat mich wirklich beschäftigt und meine Gefühle haben mir absolut nichts Gutes gesagt.

Aber weil ich Clarity gerade gelesen hatte, wusste ich, dass das eine falsche Realität ist, die ich gerade fühle. Ich wusste aus meiner eigenen Erfahrung, dass es normalerweise bei solchen Gesprächen 3-4 Tage braucht und alles ist wieder gut! Dieses Bewusstsein hat meine Gefühle nicht sofort verändert, aber ich habe manchmal einfach über mich selbst gelacht, weil ich wusste, dass meine Gedanken und mein Unterbewusstsein ein Spiel mit mir spielen. Es ist ein echt guter Kinofilm und ich lasse mich mitreißen. Der Film fühlt sich wie Realität an, aber jetzt weiß ich, meine Gefühle, egal wie intensiv, sind nicht meine Realität.

Also, ich finde das hochfaszinierend und glaube, dass Leiter immer an ihrer Selbstwahrnehmung arbeiten sollten und dass das Buch Clarity von Jamie Smart uns dabei helfen kann. Zumindest erlebe ich das im Moment selbst.

Fragen & Übungen

1. Schau dir dieses Video noch einmal an und mach dir Notizen.

2. Was hältst du von der Kernaussage von Smart & was könnte Sie für dein Leben bedeuten?

Unsere Gedanken, die wir uns gerade in diesem Augenblick machen, sind für unsere Gefühle verantwortlich.